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February 3, 2009 / dickbert

Der Spiegel und der Papst

Liest man den Spiegel, so fällt einem auf, dass seine Artikel sich durch zwei Eigenarten auszeichnen: zum ersten behandeln sie überwiegend negative Themen (bad news are good news), zum zweiten hängt den Artikeln ein agitativer Schreibstil an. Beide Punkte haben natürlich zum Ziel, ihre Leserschaft anzuregen. Wird allerdings die Wahrheit bewusst verdreht oder vertuscht, so muss dagegen vorgegangen werden.

Es könnten an dieser Stelle unzählige Beispiele angeführt werden. Am Beispiel des Themas zur Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Priesterbruderschaft Pius X. kommentiert Spiegel Online Autor Ulrich Schwarz wie folgt:

“Papst Benedikt XVI. agiert als Dogmatiker, stellt seine eigene Wahrheit über alles. […] Kritiker Benedikts XVI. registrieren immer wieder die distanzierte Kühle”. (1) Diese plumpen Formulierungen reichen großen Teilen der Leserschaft aus, um ihre Vorurteile bestätigt zu sehen, die sie seit jeher pflegen.

Wirft man einen sachlichen Blick auf die Vorgänge, so erklären sich die Vorgänge als schlüssig und nachvollziehbar. So schreibt französische Erzbischof Hippolyte Simon:

“Nach der Wahl von Papst Benedikt XVI. im April 2005 haben die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. […] darum gebeten, den Dialog mit Rom wieder aufzunehmen, doch sie haben zwei Vorbedingungen gestellt: erstens, die Liberalisierung des Missales von 1962, was durch ein Motu proprio im Juli 2007 geschehen ist, und zweitens die Aufhebung der Exkommunikation.” (2) Der Papst hat nun letzteres vollzogen, und damit den Dialog gefördert, statt – wie von Schwarz behauptet – mit distanzierter Kühle reagiert. 

Und weiter:

“Die Nachrichten, die von Wiedereingliederung sprechen, beruhen auf einer schweren Verwechslung zwischen Aufhebung der Exkommunikation und vollständiger Wiedereingliederung.” (1) Dem Spiegel sind diese Tatsachen sicherlich bekannt, doch passen sie nicht in sein Bild. Die Kirche wird als veraltete Institution vergräzt, weil Pöbeleien dieser Art den Nerv der heutigen Spaßgesellschaft treffen. Um dies zu unterstreichen werden immer wieder dieselben Themen hervorgeholt, vom Dialog mit anderen Kirchen bis zur Positionen in Fragen der Ehe. 

Schwarz schreibt hierzu: “[…] ebenfalls kein Wunder, dass dieses Oberhaupt der katholischen Kirche im Namen der Kirche gegen Homosexualität und gegen Empfängnisverhütung wettert.” (1) Hierzu soll gesagt sein, dass der Papst das gewählte Oberhaupt der katholischen Kirche ist. Wer sich damit nicht identifizieren kann, sollte besser schweigen. Niemand wird gezwungen, nach der katholischen Glaubenslehre zu leben.

Den Medien geht es sowieso um etwas anderes. Der Pontifex bietet heute Teilen der Gesellschaft die letzte moralische Instanz, gegen die gewettert werden darf. Juden, konservativen Characters seit jeher, genießen in Deutschland Immunität, und Muslime verschaffen sich den nötigen Respekt durch bekannte Drohgebärden. Den übrigen Kirchen fehlt die mediale Repräsentanz, so dass letztendlich der Papst als Angriffsschild herhalten muss.

Bedauerlicherweise beruhen diese Angriffe auf Dummheit, Hilflosigkeit und oftmals Orientierungslosigkeit in einer verkommenen Gesellschaft. Lese ich die Bemerkungen im Spiegel, so muss ich festhalten, dass auch Ulrich Schwarz nichts weiter als ein erbärmlicher, feiger und offensichtlich dummer Agitator ist. 

Der, der nach Wahrheit strebt, wird sie finden. Im Spiegel findet man sie nicht! 

 

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Quellen:

(1) http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,605025,00.html
(2) http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100045801&Itemid=1

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