So, so! Deutschland knipst heute also das Licht aus, und wie es scheint, sein Gehirn gleich mit. In einer bundesweiten Kampagne fordern Institutionen und Unternehmen Deutschlands Bürger auf, das Licht für sage und schreibe 5 Minuten auszuschalten. Für unser Klima, angeblich. Ahaa!
Betrachten wir doch mal den wahnsinnig umweltschonenden Effekt dieser Aktion:
- Nur 59% des deutschen Stroms wird durch fossile Brennstoffe (CO2 Verursacher) erzeugt
- Die Industrie verbraucht doppelt soviel Strom (zum halben Preis) wie die Privathaushalte
- Die Mehrheit der Teilnehmer sind keine stromfressenden Industrien, sondern Institutionen oder Gebäude
- Die Anzahl der voraussichtlich teilnehmenden Haushalte stellt nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtmenge dar
- 5 Minuten stellen gerade einmal 0,00095 Prozent der Gesamtjahreszeit dar
- Deutschland stößt nur 2,9 Prozent der weltweiten Treibhausgase aus
Aber gut, seien wir optimistisch und geben der Aktion eine faire Chance. Bleibt noch die Frage, was nach den 5 Minuten kommt? Ist doch klar: die Lichter gehen an, und alle sind froh, die dunkle Zeit überstanden zu haben. Welche Lehre ziehen wir daraus? Antwort: Der Strom ist überlebenswichtig. Weder Industrien, noch Instiutionen, noch Privathaushalte können und wollen nicht darauf verzichten. Deswegen kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, als dass die Aktion mehr der Beruhigung des eigenen Gewissens denn dem Umweltschutz dienen soll. Das alles ist eine riesen Farce!
Dass ein globaler Umweltschutz utopisch ist und bleibt, lässt sich mit dieser knappen Regel erklären: Wirtschaft vor Umwelt. Was übrigens auch erklärt, warum Nationen wie z.B. die USA, China und Indien sich dem aktiven Umweltschutz verweigern. Daher kommen wir zu dem Ergebnis, dass nicht durch Einschränkung, sondern allein durch (technologischen) Fortschritt die Zukunft unseres Planeten Erde gewahrt werden kann.
Also: Gehirn an! Licht an! und vor allem: Fortschritt!

Man sagt, Deutschland sei eine Service-Wüste. Dass dem so ist, konnte ich gerade bei meiner Handy-Vertragsverlängerung bei O2 feststellen. Die kostenlose, Gehirn-verbrannte und Computer-gesteuerte Hotline konnte mir nicht weiterhelfen. Eine persönliche Betreuung ist kostenpflichtig und durch lange Warteschleifen gekennzeichnet. Frei nach dem Motto, je mehr ich warte (also je schlechter der Service…), desto teurer wird es für mich. Das ist also der Dank dafür, dass ich meinen Vertrag vorzeitig verlängern und sogar upgraden will.